
Jürgen Laggers Roman „Öffnungen. Ein Maßnahmenkatalog“ handelt von einem Mann L., der sich von der Welt, den Menschen und von seiner Exfreundin Susanne abschottet. Als Ameisen und Wind in seine Wohnung eindringen, nagelt er Bretter vor die Fenster und versiegelt die Türen mit Bauschaum. Im Fortlauf der Geschichte steigert er sich in eine Wahnidee von offen – geschlossen und überträgt dieses System in aller Radikalität und Grausamkeit auch auf seinen eigenen Körper, versiegelt sich mit Polyurethanschaum und verstümmelt sich selbst, bis zur Enthauptung.
Der Text birgt eine verwirrende Kluft zwischen poetischer, freier, fast schwebender Sprache und absolut grausamer Handlung.
Ich habe Sicherheit und Vertrauen verloren während der Lektüre. Es hat mich hin und her geworfen (das Abkapseln, die Depression), erschüttert wie ein Horrorschocker (die fortschreitende Psychose), entzückt wie bei der Lektüre eines Gedichts (die Sprache), dann wieder so erschrocken, dass ich eine Lesepause einlegen musste, weil ich es nicht ertragen konnte, wie die Hauptfigur sich systematisch selbstvernichtet.
Ich habe Monate gebraucht, um das zu verkraften. Auch wollte ich das Gespräch mit dem Autor suchen, hatte dann aber dort auf dem Sommerfest im LCB Garten vor einigen Jahren so wahnsinnig viel irrationale Angst vor ihm, dass ich kein Wort herausgebracht habe, als er mich freundlich und sympathisch ansprach und seine Beratung am Büchertisch anbot.
Das also können Texte in Leser*innen auslösen! Provozieren, verängstigen, verstören, über Grenzen gehen, neue Dimensionen ausloten, verändern, wachrütteln, bewegen, dass alles sollte Literatur und Jürgen Lagger ist es mit diesem Buch eindeutig gelungen!
Jürgen Laggers Roman „Öffnungen. Ein Maßnahmenkatalog“ handelt von einem Mann L., der sich von der Welt, den Menschen und von seiner Exfreundin Susanne abschottet. Als Ameisen und Wind in seine Wohnung eindringen, nagelt er Bretter vor die Fenster und versiegelt die Türen mit Bauschaum. Im Fortlauf der Geschichte steigert er sich in eine Wahnidee von offen – geschlossen und überträgt dieses System in aller Radikalität und Grausamkeit auch auf seinen eigenen Körper, versiegelt sich mit Polyurethanschaum und verstümmelt sich selbst, bis zur Enthauptung.
Der Text birgt eine verwirrende Kluft zwischen poetischer, freier, fast schwebender Sprache und absolut grausamer Handlung.
Ich habe Sicherheit und Vertrauen verloren während der Lektüre. Es hat mich hin und her geworfen (das Abkapseln, die Depression), erschüttert wie ein Horrorschocker (die fortschreitende Psychose), entzückt wie bei der Lektüre eines Gedichts (die Sprache), dann wieder so erschrocken, dass ich eine Lesepause einlegen musste, weil ich es nicht ertragen konnte, wie die Hauptfigur sich systematisch selbstvernichtet.
Ich habe Monate gebraucht, um das zu verkraften. Auch wollte ich das Gespräch mit dem Autor suchen, hatte dann aber dort auf dem Sommerfest im LCB Garten vor einigen Jahren so wahnsinnig viel irrationale Angst vor ihm, dass ich kein Wort herausgebracht habe, als er mich freundlich und sympathisch ansprach und seine Beratung am Büchertisch anbot.
Das also können Texte in Leser*innen auslösen! Provozieren, verängstigen, verstören, über Grenzen gehen, neue Dimensionen ausloten, verändern, wachrütteln, bewegen, dass alles sollte Literatur und Jürgen Lagger ist es mit diesem Buch eindeutig gelungen!
