
Der Ich-Erzähler Jára, kommt nach Prag, um den Heiligabend dort mit seinen Freunden zu verbringen. Doch er kann sie telefonisch nicht erreichen und so lässt er sich treiben, durch die Straßen, über die Brücken und in die Bars der Stadt. Unterwegs trifft er viele Menschen, die ihn ein stückweit begleiten z.B. Kavka, genannt Kafka, dessen Kopf an Weihnachten leuchtet, wie das Licht einer Prager Gaslaterne, gelb, weich und heilig. Und der überzeugt ist, dass sich tote Dichter in Vögel verwandeln und tote, alkoholsüchtige Dichter in Fische, genauer gesagt Karpfen.
Zusammen treffen sie in einer Kneipe den König von Prag, der „Schlüssel zu allen Häusern und Kirchen der Stadt hat“ und behauptet, dass Christkind würde an Weihnachten ein kleines Glas Bier in eben dieser Kneipe trinken und das restliche Jahr mit der Straßenbahn umherfahren.
Die drei Männer ziehen weiter durch die Stadt und begegnen auf einer Baustelle Stella, eine Italienerin, die um ihren toten Tesoro – ihren Liebsten – trauert. Zu viert beten sie in der Kirche ‚Maria Schnee‘ und kehren schließlich ins „Ausgeschossene Augen“ ein, wo Jára auch endlich seine Freunde Tomáš und Hana trifft. Warum es Jara nicht immer leicht hat, wie Kafka erwähnt, müsst ihr selbst erlesen☺️.
Die Geschichte ist eine bezaubernde Liebeserklärung an Prag, und seine Bewohner*innen, an die Moldau, das Bier
und ihre Straßenbahn, an alle Karpfen und Vögel Tschechiens und an die Literaten Hrabal, Kafka und Hašek.
Ein Plädoyer, Weihnachten besinnlich zu feiern, ohne Konsumrausch, das Herz weit zu machen und die Zeit mit lieben Menschen zu verbringen.
Große Leseempfehlung für diese ja fast märchenhafte Erzählung, die fernab von Kitsch auf die kommende Weihnachtszeit einstimmt✨
Die wunderschönen Illustrationen sind von Jaromir 99 angefertigt.
