
Solvej Balles „Über die Berechnung des Rauminhalts II“ habe ich in 2 Abenden durchgesuchtet.
Boah, Matthes und Seitz! Wieder so ein Cliffhanger! Das kann jetzt aber nicht die gesamte Buchreihe so weitergehen. Wie lange muss ich denn jetzt auf Band lll warten???
Wenig überraschend – durch die Ankündigung der „Heptalogie“ war das zu erwarten – befindet sich Tara Selter immer noch in einer Zeitschleife und erlebt den 18. November jeden Tag aufs Neue.
Auf der Suche nach Jahreszeiten konstruiert sie sich in ihrem 18. November ein ganzes eigenes Jahr. Sie fährt zu ihrer Familie und überzeugt sie mit ihr Weihnachten zu feiern.
Sie spürt im hohen Norden Norwegens der Kälte und dem Schnee nach, radelt durch das milde Klima in Cornwall und findet Osterlämmer auf den Wiesen.
Schließlich sucht sie im Süden Spaniens die Sonne und bewohnt wochenlang ein Sommerhaus. Nach einem Jahr kehrt sie zurück und findet in Düsseldorf einen lauen goldenen Herbsttag.
Auf einem ihrer täglichen Ausflüge wird ihr die Tasche gestohlen und das von ihr mühevoll angefertigte Jahreszeitenbuch mit Klimatabellen und Orten geklaut.
Frage mich schon die ganze Zeit, was es mit diesem Vorfall auf sich hat und ob der Handlungsstrang fortgesetzt wird?
Auch in Band II greift Balle wieder das Thema auf, dass sie sich als Monster empfindet, dass die Welt „auffrisst“ und Ressourcen verbraucht, denn die Lebensmittel in den Regalen der Supermärkte erneuern sich nicht, sondern bleiben leer, wenn Tara das Produkt nach Tagen aufgekauft hat.
Die Geschichte ist sehr einfühlsam geschrieben, ich kann mich gut in Tara hineinversetzen, die, obwohl ihr alle Möglichkeiten offenstehen, und sie alles tun könnte, sich doch nichts sehnlicher wünscht, als wieder in den normalen Jahresrhythmus zurückzukehren. Wie schrecklich muss es auch sein, wenn man keine zwischenmenschlichen Beziehungen mehr aufbauen oder vertiefen kann, weil die Menschen am nächsten Morgen sämtliche Kommunikation und Geschehnisse vergessen haben. Großartig, wie die Autorin es schafft, die Gefühle der Einsamkeit, Bedrückung und Melancholie zu transportieren, ohne sie zu benennen.
Leseempfehlung!
Wem der erste Band gefallen hat, der wird auch diesen lieben❤️
#namethetranslator : Aus dem Dänischen von Peter Urban-Halle
