
Der Anfang Februar erschiene Debütroman der spanischen Autorin Xita Rubert handelt von der Ich-Erzählerin Virginia, die sich an einige Tage ihrer Jugend erinnert, als sie siebzehnjährig ihren alten Vater, einen Professor für Philosophie, zu einem Treffen mit seinem Studienfreund Andrew Kopp begleitet. Andrew Kopp, ein berühmter Wissenschaftler, soll vom spanischen Königspaar, einen Preis verliehen bekommen. Mit dabei sind Kopps Frau Sonya und ihr erwachsener Sohn Bertrand, der durch seine körperlichen und sprachlichen „Attacken“ Virginia sehr zusetzt und sie „anwidert“ (so steht es im Buch). Sie ist sich nicht sicher, ob er geistig beeinträchtigt ist und die Eltern ihn zu einem Performancekünstler hochstilisieren oder ob er wirklich ein unverstandenes Genie ist. Diese Gruppe ungewöhnlicher oder besser außergewöhnlicher Charaktere verbringt einige Tage zusammen in einem luxuriösen Grand Hotel.
Rätselhafterweise findet Virginia bald schon Gefallen an Bertrand und fühlt sich zu ihm hingezogen …
Ganz wunderbar ist der Charakter der etwas widerspenstigen und selbstbewussten Virginia gelungen. Ein bißchen rätselhaft, aber auch für die Phase der Pubertät passend „zwiegespalten“.
Ruberts Debütroman ist ein origineller Text, der sprachlich sehr verschachtelt ist. Viele Kommata in einem Satz, häufig Gedankenstriche, ich glaube, man nennt es hypotaktischer Satzbau. Ein Sprachstil, der hohe Konzentration fordert.
Große Empfehlung, besonders für Leute, die es einen Hauch experimenteller mögen.
#namethetranslator : Aus dem Spanischen von Friederike von Criegern.
