„und blühen im Garten nach innen“


„nur im Sommer fallen Wünsche und abgestorbene Sterne in die aufgelockerten Beete bei Nacht“

Silke Scheffels neuester Gedichtband ist in diesem Monat im Sukultur Verlag erschienen. In der grünen Reihe versammeln sich dort Texte des Gartens, wobei Garten als Denkbild steht und durch Endlichkeit charakterisiert wird.
So dreht sich auch in Scheffels Texten alles um die Natur und Tiere, um Gras und Wald, um Wuchskraft und Vermoosung.
Eine gärtnernde Mutter taucht auf, ebenso  eine Großmutter und einmal auch ein schreibender Vater. Die Autorin verbindet Mutter und Vater, indem sie über Natur schreibt.
Scheffels Sprache ist dabei so poetisch wie virtuos, bildreich und differenziert.
Die vielen Pflanzen- und Tiernamen lassen die Lesenden tief in den Kosmos der Natur eintauchen, allerdings ohne dabei die Anbindung an die Mutter zu verlieren. Das war mir schon in Scheffels erstem Gedichtband aufgefallen: Immer wieder lenkt die Autorin den Blick auf Zwischenmenschliches. Manchmal schwingt dabei auch ein Hauch Melancholie mit.

Da ich keine Rezensionen schreibe, sondern subjektive Leseeindrücke, freu ich mich, euch mein liebstes Gedicht zeigen zu dürfen:

„auf dem Garten lag eine Hand, stickte Astern ins Gras, grub Birnen, unter die Buchen legte sie meine Sorgen, deckte sie zu mit Perseiden, die sie nachts mit dünnen Fingern aus dem Himmel griff, mir tief ins Hagebuttenhaar gesteckt, im Schlaf versprach sie mir Planeten“

Leseempfehlung für Lyrikfans und Naturfreund*innen💚