
Samantha Harvey schreibt in ihrem neuesten Roman über sechs Astronaut*innen – Chie, Nell, Roman, Anton, Shaun und Pietro – die in der Raumstation auf sechszehn Umlaufbahnen mit sechszehn Sonnenaufgängen einen Tag lang um die Erde kreisen. Sie gehen ihren festgelegten Arbeiten nach, studieren Schwerelosigkeit anhand von Mäusekörpern, untersuchen Haut- und Herzzellen, forschen und werten aus, beobachten das Wetter auf der Erde, wie sich Stürme entwickeln, verfolgen die Auswirkung eines Taifuns und machen sich philosophische Gedanken über Leben und Unendlichkeit, während sie am großen Fenster hinaus ins Universum sehen.
Ein Kammerspiel auf engstem Raum mit Blick in die Weite des Weltraums
Wer jetzt viel Handlung erwartet, der wird enttäuscht, es sind mehr die atmosphärischen Landschaftsbeschreibung der Erde, die die Leserin in den Bann ziehen. Ihre astronomischen Informationen hat Hatvey aus dem ESA Livestream und von der Nasa, so steht es im Nachwort und so wartet der Roman mit allerhand detailliertem Wissen um unser Universum auf.
Die sechs Charaktere bleiben in diesem Text seltsam flächig und ohne Tiefe, sie durchleben keine emotionale Entwicklung oder Krise, doch das ist stimmig, denn wie es mein Buchfreund @arnenymes_buecherleben so treffend sagte: Die eigentliche Hauptfigur in diesem Roman ist die Erde.
Mit all ihrer Schönheit und ihrem Schrecken.
Und so wie der im Buch beschriebene, vielleicht durch Klimawandel menschengemachte Taifun, Hochwasser und Zerstörung bringt, so hat mich die Lektüre demütig und nachdenklich gemacht, wie klein und unbedeutend wir Menschen doch sind und wieviel Schaden wir auf diesem blauen Planeten trotzdem anrichten.
#leseempfehlung!
#namethetranslator : Aus dem Englischen von Julia Wolf
